Strategisch tanken Sonntag, 05.04.2026
Waffengleichheit – Wie gezieltes Tankverhalten den Markt bewegt
Du bist kein passiver Preisempfänger – du bist ein Marktteilnehmer.
Mineralölkonzerne investieren Millionen in Algorithmen, die analysieren, wann du tankst, wo du tankst und wie preissensibel du bist. Auf dieser Datenbasis optimieren sie sekündlich ihre Preise – an 14.000 Tankstellen, rund um die Uhr.
Was dagegen stand bisher kaum etwas.
Wir ändern das. Mit denselben Methoden, die die Konzerne einsetzen – Kreuzpreiselastizität, spieltheoretische Marktmodelle, Wettbewerbsradius-Analyse – untersuchen wir, wie sich Tankstellenbetreiber gegenseitig beobachten und aufeinander reagieren. Das Ergebnis: ein genaues Bild davon, welche Marke wann nachgibt, wer Preisführer ist und wer nur folgt.
Deine Marktmacht ist größer als du denkst.
Tankstellen reagieren nicht erst, wenn alle umsteigen. Märkte kippen früher – oft reicht es, wenn ein kleiner Teil der Kunden sein Verhalten ändert. Wer zur falschen Zeit an der falschen Zapfsäule steht, subventioniert die Marge des Preisführers. Wer dagegen strategisch wechselt – zur Konkurrenz, die den Markt unter Druck setzt – entzieht dem Preisführer genau die Nachfrage, die sein Preismodell stabilisiert. Nicht immer ist das die günstigste Tankstelle. Entscheidend ist, wer im Wettbewerb das richtige Signal sendet.
Spieltheoretisch ist das längst bewiesen: Märkte reagieren nicht auf Mehrheiten – sie reagieren auf Signale. Und die sendet jeder einzelne, der aufgehört hat, blind zu tanken. Schon ein überschaubarer Anteil informierter Fahrer verändert die Anreizstruktur ganzer Regionen messbar.
Dabei hat jeder einzelne Tankvorgang einen doppelten Effekt: Wer bewusst wechselt, bestraft denjenigen, der auf seiner Marge beharrt – und belohnt gleichzeitig denjenigen, der den Markt unter Druck hält. Zwei Signale, eine Entscheidung. Das verdoppelt den Hebel.
benzinpreis.de gibt dir die Werkzeuge, die bisher nur die andere Seite hatte.
Wann du tankst, wo du tankst – das ist dein einziger Hebel.
Klein. Aber scharf.
Was das konkret bedeutet, zeigen die Daten – nach einem einfachen Prinzip: Bestrafe, wer hohe Preise durchsetzt. Belohne, wer den Markt unter Druck setzt.
Nicht der günstigste Durchschnittspreis zählt – sondern das Verhalten im Wettbewerb. Wer gibt nach, wenn die Konkurrenz nebenan günstiger wird? Wer beharrt auf seiner Marge? Diese Muster entscheiden. Und sie sind dein Kompass.
Bestrafen – Rangfolge nach Wichtigkeit
Je höher der Rang, desto stärker der strukturelle Markteinfluss dieser Marke – und desto größer die Wirkung ihrer Meidung. Entscheidend sind nicht nur der Preisaufschlag, sondern vor allem: Wer gibt den Preisimpuls für den Gesamtmarkt? Wessen Erhöhungen ziehen andere Stationen mit? Wer hält hohe Preise am längsten?
Warum hier bestrafen?
- Dominanter Marktführer: 65.5 % der Stationen erhöhen als erste (strukturelle Marktmacht).
- Starker Preis-Leader (RF=1.280): erhöht systematisch überproportional und senkt zu wenig.
- Träge Rückkehr zum Marktpreis: 81.3 % senken in 24h.
- Stärkster Markt-Treiber: 1,495,884 ausgelöste Kreuzpreis-Folgeänderungen (59 % in gleicher Richtung).
- Teuer: 42.2 % der Zeit über dem Marktdurchschnitt.
- Vertikale Integration (BP plc (London/Houston)): eigene Raffinerie(n) in Deutschland (Ruhr Oel GmbH Gelsenkirchen (gemeinsam mit Rosneft, ~11 Mio t/J)). Meidungs-Effekt wird verstärkt (×1.65), da Verluste auf Retail- UND Raffinerie-Stufe entstehen.
BP-Tochter betreibt zwei Raffinerien: Ruhr Oel Gelsenkirchen und Lingen. Verkauft Kraftstoff auch an unabhängige Stationen und Konkurrenten. Verdient auf drei Stufen: Rohöl-Handel → Raffinierung → Retail.
Warum hier bestrafen?
- Überdurchschnittliche Marktführerschaft: 55.3 %.
- Leichter Preis-Leader (RF=1.121).
- Stärkster Markt-Treiber: 1,331,329 ausgelöste Kreuzpreis-Folgeänderungen (59 % in gleicher Richtung).
- Teuer: 37.6 % der Zeit über dem Marktdurchschnitt.
- Vertikale Integration (Shell plc (London/Den Haag)): eigene Raffinerie(n) in Deutschland (Rheinland-Raffinerie Wesseling (~17 Mio t/J, DE größte)). Meidungs-Effekt wird verstärkt (×1.65), da Verluste auf Retail- UND Raffinerie-Stufe entstehen.
Shell betreibt die mit Abstand größte Raffinerie Deutschlands (Wesseling). Voll integrierter Konzern von der Nordsee-Förderung bis zur Zapfsäule. Liefert Kraftstoff auch an Dritte (Spotmarkt-Verkauf).
Warum hier bestrafen?
- Überdurchschnittliche Marktführerschaft: 51.0 %.
- Bedeutender Kreuzpreis-Treiber: 830,843 Folgeänderungen ausgelöst.
- Leicht überdurchschnittliche Preise (34.9 %).
- Vertikale Integration (ExxonMobil (Irving, Texas)): eigene Raffinerie(n) in Deutschland (Raffinerien Ingolstadt (~6 Mio t/J)). Meidungs-Effekt wird verstärkt (×1.60), da Verluste auf Retail- UND Raffinerie-Stufe entstehen.
ExxonMobil-Marke in Deutschland. Raffinerie Ingolstadt versorgt hauptsächlich Süddeutschland. Zudem B2B-Kraftstoffhandel. Voll integrierter internationaler Ölkonzern.
Warum hier bestrafen?
- Überdurchschnittliche Marktführerschaft: 56.2 %.
- Teuer: 37.3 % der Zeit über dem Marktdurchschnitt.
- Vertikale Integration (TotalEnergies SE (Paris)): eigene Raffinerie(n) in Deutschland (MIRO Karlsruhe (Hauptaktionär, ~15 Mio t/J, DE zweitgrößte)). Meidungs-Effekt wird verstärkt (×1.60), da Verluste auf Retail- UND Raffinerie-Stufe entstehen.
TotalEnergies ist Hauptaktionär der Raffinerie Karlsruhe (MIRO), der zweitgrößten deutschen Raffinerie. Zudem Beteiligungen in Leuna. Verkauft Raffinerie-Output auch an freie Stationen.
Belohnen – Rangfolge nach Wirksamkeit
Diese Marken erhöhen seltener als der Marktschnitt, senken schneller und erzeugen keinen preistreibenden Impuls auf benachbarte Stationen. Wer sie tankt, stärkt den Teil des Markts, der Preise unter Druck hält – und schwächt gleichzeitig die Position derjenigen, die Preise oben halten.
- Struktureller Preisfolger (RF=0.739 < 1): erhöht weniger als der Marktschnitt und senkt schneller. Direkt günstiger für Verbraucher.
- Sehr schnelle Preissenkung: 90.7 % der Stationen senken bereits innerhalb 2h (Median Haltezeit: 16 min).
- Preis liegt knapp überm Markt (31.0 % der Zeit).
- Kein integrierter Ölkonzern (unbekannt): keine Raffinerie-Gewinne. Gesamte Marktposition liegt im Retail – direkte Wirkung durch Kundenwahl.
- Struktureller Preisfolger (RF=0.852 < 1): erhöht weniger als der Marktschnitt und senkt schneller. Direkt günstiger für Verbraucher.
- Sehr schnelle Preissenkung: 93.2 % der Stationen senken bereits innerhalb 2h (Median Haltezeit: 59 min).
- Preis liegt knapp überm Markt (25.6 % der Zeit).
- Kein integrierter Ölkonzern (unbekannt): keine Raffinerie-Gewinne. Gesamte Marktposition liegt im Retail – direkte Wirkung durch Kundenwahl.
- Markt-neutrales Preisverhalten (RF=1.004 ≈ 1).
- Sehr schnelle Preissenkung: 99.8 % der Stationen senken bereits innerhalb 2h (Median Haltezeit: 6 min).
- Preis liegt knapp überm Markt (30.0 % der Zeit).
- Kein integrierter Ölkonzern (unbekannt): keine Raffinerie-Gewinne. Gesamte Marktposition liegt im Retail – direkte Wirkung durch Kundenwahl.
- Markt-neutrales Preisverhalten (RF=1.018 ≈ 1).
- Sehr schnelle Preissenkung: 94.3 % der Stationen senken bereits innerhalb 2h (Median Haltezeit: 33 min).
- Preis liegt knapp überm Markt (27.6 % der Zeit).
- Kein integrierter Ölkonzern (unbekannt): keine Raffinerie-Gewinne. Gesamte Marktposition liegt im Retail – direkte Wirkung durch Kundenwahl.
- Markt-neutrales Preisverhalten (RF=1.015 ≈ 1).
- Sehr schnelle Preissenkung: 98.8 % der Stationen senken bereits innerhalb 2h (Median Haltezeit: 35 min).
- Preis liegt knapp überm Markt (30.4 % der Zeit).
- Kein integrierter Ölkonzern (unbekannt): keine Raffinerie-Gewinne. Gesamte Marktposition liegt im Retail – direkte Wirkung durch Kundenwahl.
- Struktureller Preisfolger (RF=0.869 < 1): erhöht weniger als der Marktschnitt und senkt schneller. Direkt günstiger für Verbraucher.
- Sehr schnelle Preissenkung: 97.1 % der Stationen senken bereits innerhalb 2h (Median Haltezeit: 41 min).
- Preis liegt knapp überm Markt (27.5 % der Zeit).
- Kein integrierter Ölkonzern (unbekannt): keine Raffinerie-Gewinne. Gesamte Marktposition liegt im Retail – direkte Wirkung durch Kundenwahl.
- Struktureller Preisfolger (RF=0.823 < 1): erhöht weniger als der Marktschnitt und senkt schneller. Direkt günstiger für Verbraucher.
- Sehr schnelle Preissenkung: 95.4 % der Stationen senken bereits innerhalb 2h (Median Haltezeit: 13 min).
- Preis liegt knapp überm Markt (32.9 % der Zeit).
- Kein integrierter Ölkonzern (unbekannt): keine Raffinerie-Gewinne. Gesamte Marktposition liegt im Retail – direkte Wirkung durch Kundenwahl.
- Markt-neutrales Preisverhalten (RF=1.043 ≈ 1).
- Sehr schnelle Preissenkung: 92.5 % der Stationen senken bereits innerhalb 2h (Median Haltezeit: 12 min).
- Preis liegt knapp überm Markt (30.4 % der Zeit).
- Kein integrierter Ölkonzern (unbekannt): keine Raffinerie-Gewinne. Gesamte Marktposition liegt im Retail – direkte Wirkung durch Kundenwahl.
- Struktureller Preisfolger (RF=0.848 < 1): erhöht weniger als der Marktschnitt und senkt schneller. Direkt günstiger für Verbraucher.
- Sehr schnelle Preissenkung: 97.4 % der Stationen senken bereits innerhalb 2h (Median Haltezeit: 42 min).
- Kein integrierter Ölkonzern (unbekannt): keine Raffinerie-Gewinne. Gesamte Marktposition liegt im Retail – direkte Wirkung durch Kundenwahl.
- Struktureller Preisfolger (RF=0.868 < 1): erhöht weniger als der Marktschnitt und senkt schneller. Direkt günstiger für Verbraucher.
- Sehr schnelle Preissenkung: 87.7 % der Stationen senken bereits innerhalb 2h (Median Haltezeit: 35 min).
- Preis liegt knapp überm Markt (29.2 % der Zeit).
- Kein integrierter Ölkonzern (unbekannt): keine Raffinerie-Gewinne. Gesamte Marktposition liegt im Retail – direkte Wirkung durch Kundenwahl.
- Struktureller Preisfolger (RF=0.860 < 1): erhöht weniger als der Marktschnitt und senkt schneller. Direkt günstiger für Verbraucher.
- Mäßig schnelle Senkung: 84.5 % in 2h, 100.0 % in 24h.
- Preis liegt knapp überm Markt (29.0 % der Zeit).
- Kein integrierter Ölkonzern (unbekannt): keine Raffinerie-Gewinne. Gesamte Marktposition liegt im Retail – direkte Wirkung durch Kundenwahl.
- Struktureller Preisfolger (RF=0.897 < 1): erhöht weniger als der Marktschnitt und senkt schneller. Direkt günstiger für Verbraucher.
- Sehr schnelle Preissenkung: 92.2 % der Stationen senken bereits innerhalb 2h (Median Haltezeit: 52 min).
- Preis liegt knapp überm Markt (30.9 % der Zeit).
- Kein integrierter Ölkonzern (DCC plc / Irland (ehem. ConocoPhillips)): keine Raffinerie-Gewinne. Gesamte Marktposition liegt im Retail – direkte Wirkung durch Kundenwahl.
- Markt-neutrales Preisverhalten (RF=1.015 ≈ 1).
- Mäßig schnelle Senkung: 79.5 % in 2h, 93.6 % in 24h.
- Preis liegt knapp überm Markt (30.8 % der Zeit).
- Kein integrierter Ölkonzern (unbekannt): keine Raffinerie-Gewinne. Gesamte Marktposition liegt im Retail – direkte Wirkung durch Kundenwahl.
- Struktureller Preisfolger (RF=0.903 < 1): erhöht weniger als der Marktschnitt und senkt schneller. Direkt günstiger für Verbraucher.
- Sehr schnelle Preissenkung: 97.4 % der Stationen senken bereits innerhalb 2h (Median Haltezeit: 61 min).
- Preis liegt knapp überm Markt (33.5 % der Zeit).
- Kein integrierter Ölkonzern (unbekannt): keine Raffinerie-Gewinne. Gesamte Marktposition liegt im Retail – direkte Wirkung durch Kundenwahl.
- Markt-neutrales Preisverhalten (RF=1.048 ≈ 1).
- Mäßig schnelle Senkung: 73.7 % in 2h, 86.4 % in 24h.
- Preis liegt knapp überm Markt (29.2 % der Zeit).
- Kein integrierter Ölkonzern (Allguth GmbH (bayerisch, regional)): keine Raffinerie-Gewinne. Gesamte Marktposition liegt im Retail – direkte Wirkung durch Kundenwahl.
- Struktureller Preisfolger (RF=0.933 < 1): erhöht weniger als der Marktschnitt und senkt schneller. Direkt günstiger für Verbraucher.
- Sehr schnelle Preissenkung: 100.0 % der Stationen senken bereits innerhalb 2h (Median Haltezeit: 12 min).
- Preis liegt knapp überm Markt (33.2 % der Zeit).
- Kein integrierter Ölkonzern (unbekannt): keine Raffinerie-Gewinne. Gesamte Marktposition liegt im Retail – direkte Wirkung durch Kundenwahl.
- Sehr schnelle Preissenkung: 95.0 % der Stationen senken bereits innerhalb 2h (Median Haltezeit: 35 min).
- Günstig positioniert: nur 23.0 % der Zeit über dem Marktpreis.
- Kein integrierter Ölkonzern (unbekannt): keine Raffinerie-Gewinne. Gesamte Marktposition liegt im Retail – direkte Wirkung durch Kundenwahl.
- Struktureller Preisfolger (RF=0.809 < 1): erhöht weniger als der Marktschnitt und senkt schneller. Direkt günstiger für Verbraucher.
- Mäßig schnelle Senkung: 59.5 % in 2h, 87.3 % in 24h.
- Preis liegt knapp überm Markt (29.5 % der Zeit).
- Kein integrierter Ölkonzern (unbekannt): keine Raffinerie-Gewinne. Gesamte Marktposition liegt im Retail – direkte Wirkung durch Kundenwahl.
- Struktureller Preisfolger (RF=0.872 < 1): erhöht weniger als der Marktschnitt und senkt schneller. Direkt günstiger für Verbraucher.
- Mäßig schnelle Senkung: 72.9 % in 2h, 95.8 % in 24h.
- Preis liegt knapp überm Markt (29.8 % der Zeit).
- Kein integrierter Ölkonzern (unbekannt): keine Raffinerie-Gewinne. Gesamte Marktposition liegt im Retail – direkte Wirkung durch Kundenwahl.
- Sehr schnelle Preissenkung: 97.4 % der Stationen senken bereits innerhalb 2h (Median Haltezeit: 35 min).
- Preis liegt knapp überm Markt (27.4 % der Zeit).
- Kein integrierter Ölkonzern (unbekannt): keine Raffinerie-Gewinne. Gesamte Marktposition liegt im Retail – direkte Wirkung durch Kundenwahl.
- Markt-neutrales Preisverhalten (RF=1.011 ≈ 1).
- Mäßig schnelle Senkung: 67.6 % in 2h, 90.6 % in 24h.
- Preis liegt knapp überm Markt (31.2 % der Zeit).
- Kein integrierter Ölkonzern (Bundesverband Freier Tankstellen): keine Raffinerie-Gewinne. Gesamte Marktposition liegt im Retail – direkte Wirkung durch Kundenwahl.
- Struktureller Preisfolger (RF=0.909 < 1): erhöht weniger als der Marktschnitt und senkt schneller. Direkt günstiger für Verbraucher.
- Sehr schnelle Preissenkung: 86.7 % der Stationen senken bereits innerhalb 2h (Median Haltezeit: 50 min).
- Preis liegt knapp überm Markt (34.4 % der Zeit).
- Kein integrierter Ölkonzern (unbekannt): keine Raffinerie-Gewinne. Gesamte Marktposition liegt im Retail – direkte Wirkung durch Kundenwahl.
- Struktureller Preisfolger (RF=0.960 < 1): erhöht weniger als der Marktschnitt und senkt schneller. Direkt günstiger für Verbraucher.
- Sehr schnelle Preissenkung: 85.5 % der Stationen senken bereits innerhalb 2h (Median Haltezeit: 65 min).
- Preis liegt knapp überm Markt (27.7 % der Zeit).
- Kein integrierter Ölkonzern (unbekannt): keine Raffinerie-Gewinne. Gesamte Marktposition liegt im Retail – direkte Wirkung durch Kundenwahl.
- Sehr schnelle Preissenkung: 95.6 % der Stationen senken bereits innerhalb 2h (Median Haltezeit: 12 min).
- Preis liegt knapp überm Markt (28.9 % der Zeit).
- Kein integrierter Ölkonzern (unbekannt): keine Raffinerie-Gewinne. Gesamte Marktposition liegt im Retail – direkte Wirkung durch Kundenwahl.
- Struktureller Preisfolger (RF=0.940 < 1): erhöht weniger als der Marktschnitt und senkt schneller. Direkt günstiger für Verbraucher.
- Sehr schnelle Preissenkung: 87.7 % der Stationen senken bereits innerhalb 2h (Median Haltezeit: 13 min).
- Preis liegt knapp überm Markt (32.4 % der Zeit).
- Kein integrierter Ölkonzern (unbekannt): keine Raffinerie-Gewinne. Gesamte Marktposition liegt im Retail – direkte Wirkung durch Kundenwahl.
- Struktureller Preisfolger (RF=0.952 < 1): erhöht weniger als der Marktschnitt und senkt schneller. Direkt günstiger für Verbraucher.
- Sehr schnelle Preissenkung: 100.0 % der Stationen senken bereits innerhalb 2h (Median Haltezeit: 66 min).
- Kein integrierter Ölkonzern (unbekannt): keine Raffinerie-Gewinne. Gesamte Marktposition liegt im Retail – direkte Wirkung durch Kundenwahl.
- Sehr schnelle Preissenkung: 100.0 % der Stationen senken bereits innerhalb 2h (Median Haltezeit: 16 min).
- Preis liegt knapp überm Markt (32.1 % der Zeit).
- Kein integrierter Ölkonzern (unbekannt): keine Raffinerie-Gewinne. Gesamte Marktposition liegt im Retail – direkte Wirkung durch Kundenwahl.
- Sehr schnelle Preissenkung: 92.8 % der Stationen senken bereits innerhalb 2h (Median Haltezeit: 68 min).
- Preis liegt knapp überm Markt (29.1 % der Zeit).
- Kein integrierter Ölkonzern (unbekannt): keine Raffinerie-Gewinne. Gesamte Marktposition liegt im Retail – direkte Wirkung durch Kundenwahl.
- Sehr schnelle Preissenkung: 99.3 % der Stationen senken bereits innerhalb 2h (Median Haltezeit: 16 min).
- Preis liegt knapp überm Markt (32.6 % der Zeit).
- Kein integrierter Ölkonzern (unbekannt): keine Raffinerie-Gewinne. Gesamte Marktposition liegt im Retail – direkte Wirkung durch Kundenwahl.
- Struktureller Preisfolger (RF=0.982 < 1): erhöht weniger als der Marktschnitt und senkt schneller. Direkt günstiger für Verbraucher.
- Sehr schnelle Preissenkung: 97.5 % der Stationen senken bereits innerhalb 2h (Median Haltezeit: 56 min).
- Preis liegt knapp überm Markt (34.2 % der Zeit).
- Kein integrierter Ölkonzern (unbekannt): keine Raffinerie-Gewinne. Gesamte Marktposition liegt im Retail – direkte Wirkung durch Kundenwahl.
Methodik
Das Prinzip: Bestrafen und Belohnen
Dieses Modell basiert auf einer spieltheoretischen Grundüberlegung: Märkte mit vielen Anbietern reagieren nicht auf Appelle – sie reagieren auf Nachfragesignale. Wenn ein bestimmter Anteil der Nachfrage von einer Marke wegwechselt, verändert sich ihre Ertragssituation und damit ihre Anreize für die Preissetzung.
Bestrafen bedeutet in diesem Modell: Nachfrage entziehen. Wer eine Marke meidet, die als Preisführer agiert, entzieht ihr genau jene Kunden, die ihr Preismodell stabilisieren. Der Effekt setzt nicht bei einer einzelnen Person ein – aber bei einem hinreichenden Anteil informierter Fahrer, der „Critical Mass".
Belohnen bedeutet: Nachfrage stärken. Wer eine Marke bevorzugt, die schneller senkt und seltener erhöht, schafft Anreize, dieses Verhalten beizubehalten. Das ist das Grundprinzip des Wiederholungsspiels (Tit-for-Tat): Kooperatives Verhalten wird belohnt, nicht-kooperatives bestraft.
Wie die Rangfolge entsteht
Jede Marke erhält täglich zwei Scores, berechnet aus den offiziellen Preismeldungen aller Stationen:
- Meidungs-Score (BESTRAFEN): Gewichtet Kreuzpreis-Dominanz (wie stark treibt diese Marke andere Preise mit?), Preisführerschaft (Leader Ratio), Preisaufschlag, Haltezeit erhöhter Preise und vertikale Integration (eigene Raffinerie → höhere Critical Mass).
- Bevorzugungs-Score (BELOHNEN): Gewichtet Senkungsgeschwindigkeit (Anteil der Stationen, die innerhalb 2h senken), Preisfolgeverhalten (RF-Index < 1 = erhöht weniger als der Marktschnitt), Preistransparenz (niedrige Streuung) und Wettbewerbsintensität im Nachbarumfeld.
Beide Scores laufen von 0 bis 100. Je höher der Score, desto stärker die modellierte Wirkung einer Verhaltensänderung an dieser Stelle.
Die 7 Teilscores des Käufer-Macht-Index (KMI)
Der KMI fasst das modellierte Verbraucher-Einflusspotenzial gegenüber einer Marke in einem Wert zusammen. Er setzt sich aus sieben Teilscores zusammen:
- Nash-Abweichung (10 %)
- Wie weit liegt der Preis dieser Marke über dem theoretischen Gleichgewichtspreis bei perfektem Wettbewerb (Bertrand-Modell)? Höhere Abweichung bedeutet: Die Marke übt aktiv Marktmacht aus.
- Surplus-Abschöpfung (15 %)
- Wie viel Kaufkraft entzieht die Marke täglich durch Preisaufschläge über dem Marktdurchschnitt? Berechnet aus Stationsanzahl × Preisdifferenz × geschätztem Tagesvolumen. Gibt dem Meidungs-Score seine wirtschaftliche Dimension.
- Gefangenendilemma / Critical Mass (20 %)
- Wie viel Prozent der Kunden müssen abwandern, damit diese Marke ihre Preisstrategie anpasst? Niedrige Schwelle = höheres Einflusspotenzial. Marken mit eigener Raffinerie haben durch die zusätzliche Marge eine strukturell höhere Schwelle.
- Stackelberg-Führerschaft (15 %)
- Agiert die Marke als Preisführer (Leader Ratio > 50 %) oder als Preisfolger? Preisführer setzen das Niveau des Gesamtmarkts. Eine Marke, die den anderen die Preisrichtung vorgibt, ist als Ziel strukturell wirksamer.
- Wiederholungsspiel / Tit-for-Tat (10 %)
- Hat sich die Marke in der letzten Woche verschlechtert (Preisführerschaft zugenommen → höherer Meidungs-Score) oder verbessert (Senkungsgeschwindigkeit zugenommen → höherer Belohnungs-Score)? Das Modell reagiert auf Trend-Signale analog zum Tit-for-Tat-Prinzip.
- Informationsasymmetrie (10 %)
- Wie stark streuen die Preise innerhalb einer Marke über verschiedene Stationen? Hohe Streuung bedeutet, dass Verbraucher den Preis schlecht vorhersagen können (Akerlof-Effekt). Wer Preisvergleich nutzt, reduziert diesen Nachteil gezielt.
- Substitutionselastizität (20 %)
- Wie viele Alternativstationen liegen im direkten Wettbewerbsradius der Stationen dieser Marke? Mehr Nachbarn = leichterer Wechsel = größere Verbrauchermacht. Isoliert stehende Stationen haben strukturell höhere Kundenbindung.
Kreuzpreis-Analyse
Zusätzlich zum KMI fließt die Kreuzpreiselastizitäts-Analyse ein. Sie misst, welche Tankstelle bei welchem Nachbarn eine Preisreaktion auslöst – und in welche Richtung. Aus rund 1,5 Millionen gemessenen Reaktionsereignissen pro Woche lässt sich quantifizieren, welche Marken als tatsächliche Preistreiber im Netzwerk agieren. Marken mit hoher Kreuzpreis-Trigger-Rate erhöhen den Meidungs-Score überproportional, weil ihre Preissetzung direkte Folgewirkungen auf benachbarte Anbieter hat.
Datengrundlage
Ausschließliche Datenquelle: offiziell gemeldete Kraftstoffpreise der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K) beim Bundeskartellamt. Alle 96 analysierten Marken werden täglich vollautomatisch berechnet aus den Preisänderungen aller aktiven Tankstellen in Deutschland.
Detailanalyse der Teilscores: ARAL
- Nash-Abweichung: Preis liegt 2.27% über dem Marktgleichgewicht. Bei perfektem Wettbewerb (Bertrand) wäre der Preis 5.1 ct niedriger — diese Differenz ist die ausgeübte Marktmacht.
- Hohe Surplus-Abschöpfung: Diese Marke entzieht Verbrauchern geschätzt ~1,203,847 €/Tag bzw. ~439.4 Mio. €/Jahr durch Preisaufschläge über dem Marktdurchschnitt (2,170 Stationen × 5.1 ct/Liter).
- Gefangenendilemma: 12% der Kunden müssen abwandern, damit ARAL es spürt (≈781,380 Kunden/Tag). Hohe Schwelle wegen Raffinerie-Polster.
- Moderate Stackelberg-Position: Ø 7.2 ct Mittagserhöhung.
- Tit-for-Tat: ARAL hat sich verschlechtert (LR: 62.7→73.7, RF: 0.976→2.860). Im Modell entspricht dies einer Bestrafungsphase (höherer Score).
- Hohe Informationsasymmetrie: Preisstreuung σ=0.0792 € — Verbraucher können den Preis bei ARAL schlecht vorhersagen. Die Marke profitiert von dieser Intransparenz (Akerlof-Effekt).
- Mittlere Substituierbarkeit: Ø 12.0 Nachbarn.
Detailanalyse der Teilscores: SHELL
- Leichte Nash-Abweichung: 1.14% über Gleichgewichtspreis.
- Hohe Surplus-Abschöpfung: Diese Marke entzieht Verbrauchern geschätzt ~464,990 €/Tag bzw. ~169.7 Mio. €/Jahr durch Preisaufschläge über dem Marktdurchschnitt (1,669 Stationen × 2.5 ct/Liter).
- Gefangenendilemma: 12% der Kunden müssen abwandern, damit SHELL es spürt (≈601,020 Kunden/Tag). Hohe Schwelle wegen Raffinerie-Polster.
- Moderate Stackelberg-Position: Ø 8.8 ct Mittagserhöhung.
- Tit-for-Tat: SHELL hat sich verschlechtert (LR: 49.7→67.7, RF: 1.083→1.408). Im Modell entspricht dies einer Bestrafungsphase (höherer Score).
- Hohe Informationsasymmetrie: Preisstreuung σ=0.0788 € — Verbraucher können den Preis bei SHELL schlecht vorhersagen. Die Marke profitiert von dieser Intransparenz (Akerlof-Effekt).
- Hohe Substituierbarkeit: Ø 12.6 Nachbar-Stationen. Verbraucher können leicht zu Alternativen wechseln — der Marktdruck auf SHELL ist strukturell hoch.
Detailanalyse der Teilscores: ESSO
- Preis liegt nahe am wettbewerblichen Gleichgewicht (Nash).
- Gefangenendilemma: 12% der Kunden müssen abwandern, damit ESSO es spürt (≈416,880 Kunden/Tag). Hohe Schwelle wegen Raffinerie-Polster.
- Starker Stackelberg-Leader: erhöht um 12 Uhr um Ø 12.1 ct — andere Marken orientieren sich am Commitment dieses Betrags. Je mehr Verbraucher diese Marke meiden, desto weniger lohnt sich die aggressive Ersterhöhung.
- Tit-for-Tat: ESSO hat sich verschlechtert (LR: 46.0→62.8, RF: 0.949→1.280). Im Modell entspricht dies einer Bestrafungsphase (höherer Score).
- Hohe Informationsasymmetrie: Preisstreuung σ=0.0803 € — Verbraucher können den Preis bei ESSO schlecht vorhersagen. Die Marke profitiert von dieser Intransparenz (Akerlof-Effekt).
- Mittlere Substituierbarkeit: Ø 11.3 Nachbarn.
Detailanalyse der Teilscores: TOTALENERGIES
- Leichte Nash-Abweichung: 1.23% über Gleichgewichtspreis.
- Hohe Surplus-Abschöpfung: Diese Marke entzieht Verbrauchern geschätzt ~256,946 €/Tag bzw. ~93.8 Mio. €/Jahr durch Preisaufschläge über dem Marktdurchschnitt (855 Stationen × 2.7 ct/Liter).
- Gefangenendilemma: 12% der Kunden müssen abwandern, damit TOTALENERGIES es spürt (≈307,800 Kunden/Tag). Hohe Schwelle wegen Raffinerie-Polster.
- Moderate Stackelberg-Position: Ø 8.4 ct Mittagserhöhung.
- Tit-for-Tat: TOTALENERGIES hat sich verschlechtert (LR: 55.2→64.0, RF: 0.986→1.165). Im Modell entspricht dies einer Bestrafungsphase (höherer Score).
- Hohe Informationsasymmetrie: Preisstreuung σ=0.0720 € — Verbraucher können den Preis bei TOTALENERGIES schlecht vorhersagen. Die Marke profitiert von dieser Intransparenz (Akerlof-Effekt).
- Mittlere Substituierbarkeit: Ø 10.8 Nachbarn.